Mal wieder nehme ich mir vor, früh zu starten, diesmal klappt es. Ich stelle mir den Wecker auf 6 Uhr, esse meine zwei Nutella-Brötchen und kurz nach 8 Uhr bin ich auf der Straße vor dem Kunstmuseum Lentos.

Das ist auch dringend nötig, denn heute wird es sehr warm. Und weil ich auf dieser, der rechten Donauseite bleiben möchte, habe ich erstmal keinen Radweg, so scheint es. Aber irgendwas muß da doch sein in do einer großen Stadt.

Eigentlich ist wirklich nur ein schmaler Streifen da. Da werden aber sicher nicht so viele Autos kommen am frühen Wahlsonntag. Nach 1,6 km schon gibt es für Fußgänger nur noch buckliges Pflaster.

Nach 2km von der Stadtmitte hört auch das auf und es gibt wirklich nur eine Landstraße ohne jede Ausweichmöglichkeit.

Dann kommt eine Baustelle, ein neuer Radweg? Nein, eine Autobahn. Ja super liebe Asfinag, und wenn Ihr schon so nett fragt, ja, ich habe eine Frage: Wo sollen denn Radfahrer, Fußgänger, Rollstuhlfahrer und Roller hier hin?

Ich merke, ich komme meinem kleinkarierten Deutschland näher. Mimimimimi!!

Anstatt ich mich freue über diesen schönen Tag und daß es wirklich nicht viele Autos sind, ärgere ich mich über Dinge, die ich nicht ändern kann.

Und ohne Autos sieht das gleiche Ufer auch schon viel schöner aus.

OK, einmal noch in Wilhering laufe ich in eine Sackgasse, aus der ich wirklich nur rückwärts wieder rauskomme.

Und dann ziehe ich frohen Mutes durch bis zur Fähre Ottensheim.

Ein schöner Ort auf der anderen Seite. Als Radler soll man von Linz aus eigentlich dort drüben langfahren und dann hier wechseln, ich habe mir so nur die 2 km Umweg gespart.

Immer wieder mal gibt es Nebenflüsse, deren Wasser den grauen Schlamm mitbringt, der die Donau so gar nicht blau aussehen läßt. Ist alles vom starken Regen an den Nordalpen.

Es kommt nochmal ein Donau- Kraftwerk und dann wird es langweilig. Höchstens mal ein Schiff.

Oder schöne Blumen die auf den Magerwiesen wachsen.

Jetzt wieder ein Schild. Es gibt ja automatische Schranken und auch einen automatischen Schrank kann ich mir noch irgendwie vorstellen. Aber dies hier scheint so ein Mittelding zu sein.

A audomodischer Schronkn halt.

Gut, daß ich so früh gestartet bin, jetzt ist es schon fast heiß und ich bin aber auch m Ziel.

Die 64 Kilometer bis Passau sind auch mit angeschlagen, ich will mir noch überlegen, ob ich die in zwei oder drei Etappen teile.

Auch wenn’s dann im Ort drin schon 67 km geworden sind. Hoffen wir mal, daß das nicht so weiter geht.

Ein Reporterteam des ORF sucht nach passenden Motiven für den Oberösterrichischen Regionalsender. Da ist es doch ein leichtes, gleich ein Interview und ein paar Filmaufnahmen zu machen. Das kommt jetzt irgendwann dieser Tage im TV. Ich stelle den den Link dann später hier ein.

An der Promenade lerne ich eine Radgruppe aus Hongkong kennen.

Sie machen tatsächlich ganz in Ruhe zwei Wochen Urlaub in Österreich. Jedes Jahr nehmen sie sich ein anderes Land Europas vor. Sie fahren diesmal mit dem Rad bis Wien. Wir unterhalten uns eine ganze Weile und sie wollen meinen Benpacker ausprobieren. Lieber Ben, neue Kundschaft aus Fernost!

Ich suche mir ein Zimmer, richte mich her und streune durch den Ort. Hmm Erdbeeren, nur schade, heut ist Sonntag.

Die schönste Straße ist dem wichtigsten Sohn der Stadt gewidmet.

Von der wichtigsten Tochter natürlich keine Spur. Aber immerhin, die Nonnen haben sich vor 150 Jahren in einem Streit durchgesetzt: sie brauen das bessere Bier.

Eine Einwohnerin findet es toll, daß ich mich für die Abelstraße interessiere und steuert auch noch ein paar Geschichten bei. Zum Beispiel, daß große Teile Oberösterreichs früher von Passau bestimmt waren und daß die Ausläufer der Berge des Innviertels bis hier reichen, sie sind der Hausruck. Klingt schon fast wie Hunsrück.

Sie sagt auch, daß Aschach ein schönes Schloss hat, das würden sie aber hinter den Silos verstecken. Ja, die Silos der Futtermittelmarke Garanta sind mir beim herlaufen auch aufgefallen.

Wir haben dann einen Plan gemacht: Kein Fleisch essen, keine Tiere halten, kein Kraftfutter benötigen, Silos abreißen.

Sie meint, das dauert noch etwas. Schaun mer mal. Wär schon schöner ohne.

An der Promenade stehen die Leute an einer Eistheke geduldig Schlange. Alle anderen sind leer. Das ist Marktwirtschaft!

Ich selbst gehe in den Biergarten der „Sonne“.

Spargelsuppe.

Spargelspätzle – herrrrlich!

Und alles unter dem Segen der Dreifaltigkeit.

bzw. weiteren Heiligen.

Ach, Bilder vertauscht. Das untere soll eigentlich nach oben.

Was wohl das mit 78 Jahren verstorbene Fräulein Anna dazu sagen würde. Nächste Woche hat sie ihren Todestag.

10. Etappe Donauradweg Linz Aschach: 28 km.

Für alle, die sich jetzt erst einlesen und sich fragen, warum der Blog nicht Transdanubia (wegen Donau) heißt: Mein ursprünglicher Lauf von Baku in Aserbaidschan nach Poti in Georgien, vom Kaspischen Meer zum Schwarzen Meer war nicht durchführbar. Näheres steht in der Geschichte 12. So beschloß ich, statt über Wien mit dem Zug nach hause zu zurück zu kehren, diese Strecke möglichst vollständig zu laufen. Ich bin quasi auf dem Rückweg von Transkaukasien. So komme ich doch noch in den Laufgenuß, allerdings auf sicherem Terrain.

Veröffentlicht von langeguido

Ich bin Läufer, Magazinliebhaber und Laufblogger. 22.000 km lief ich schon in den letzten 9 Jahren. Zwei Blogs gibt es von mir: https://transkaukasien.com - 2019: Ein Abenteuer in Russland, Aserbaidschan, Georgien, Ukraine, Österreich zurück nach Deutschland + https://abenteuerbaltikum.com - Lauf 2017 : 2000 km entlang der Ostsee laufen, von Stralsund nach Tallinn / Helsinki I‘m a runner and I could tell some short stories about running. 22,000 k I ran in the last nine years. Two blogs I wrote: 2019 https://transkaukasien.com : Run and travel in Russia, Azerbaidshan, Georgia, Ucraine, Austria and back to Germany. 2017 https://abenteuerbaltikum.com : 2000 km along the Baltic Sea coast - Germany, Poland, Russia, Lituania, Latvia, Estonia, Finland.

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