Heute will ich laufen und ich ziehe um – zwei Häuser weiter – in Mark’s Hostel. Hier will ich nicht bleiben, nicht nur die Unterkunft, auch mein Frühstück ist irgendwie deprimierend.

Bei Mark stelle ich meine Sachen schon mal unter und dann laufe ich los. Zum Maidan,

runter an die Kura.

Richtung Osten flußabwärts will ich die erste Brücke nehmen und dann auf der anderen Seite langlaufen. Am Ufer geht das aber schlecht, wie ich jetzt sehe.

Hier passiere ich das Monument für die 300 Aragvelis – die letzten Aufrechten eines ansonsten bereits zerschlagenen Regiments, die die Stadt vor langer Zeit verteidigt haben. Haben sie gut gemacht. Sie sind von der Kirche zu Märtyrern erklärt worden.

Die erste Brücke links ist dann ein Flußkraftwerk, das schon ziemlich alt ist.

Auf der anderen Seite muß ich ein bischen um die Häuser laufen, bis ich dann Fotos von der historischen historische Seite machen. Die Mitte der Stadt liegt in einer Art Graben, dem Flußtal eben.

Leider wird das Ufer fast durchgängig für breite Autostraßen gebraucht. Das könnte man nur ändern mit Tunneln auf beiden Seiten. Die Straßen sind heute nicht voll, denn jetzt ist hier Ostern.

Die Stadt soll weniger quirlig sein, mir reicht das so. In der Stadtmitte verbindet eine neue Fußgängerbrücke beide Ufer.

Die Wärme macht mir zu schaffen und ich bin auch gebremst durch einen ziemlichen Rotz. Ist vielleicht ganz gut, daß ich nicht die langen Läufe draußen in der Pampa mache. Hat alles auch sein Gutes. Ich kuriere mich jetzt aus nebenbei. Zur Kur an der Kura. Der Fluß ist durch die letzten Regenfälle mit lehmigem Wasser gut gefüllt.

Einen häßlichen Glasklotz haben sie auch in der Stadt. Der mußte wohl sein, ohne geht es scheinbar nicht.

Später sehe ich noch einen zweiten, aber der ist hinter der Flußbiegung, der stört nicht direkt die Postkartenidylle. Der ist aber auch ziemlich häßlich.

Hier laufe ich auf die andere Seite, nun mache ich die Fotos von der eben belaufenen Seite.

Die Kura ist auch hier nicht Läufer- oder Bikerfreundlich. Ich sehe Radrennfahrer die hier umdrehen. Dann kommt eine Art russischer Flohmarkt.

Auf dem Parkplatz steht ein beeindruckendes Expeditionsmobil von zwei Schweizern. Das haben sie von der Bundeswehr gekauft, der Anhänger ist von der Schweizer Armee. Da ist eine ausgewachsene Ducati drin. Sie fahren bis in die Mongolei und über Sibirien zurück.

Zurück im Hostel ist mein Bett fertig und ich kann duschen. Heute Abend fahre ich noch mit der Metro zum Hauptbahnhof und kaufe ein Zugticket für Donnerstag nach Poti am Schwarzen Meer. Da will ich drei Tage bleiben und dann mit der Fähre nach Chernomorsk und Odessa in der Ukraine. Vorher einkaufen in einem Kaufhaus, das sich als riesiges Shoppingcenter entpuppt.

Die Metro ist wie in Moskau, es gibt aber nur zwei Linien – rot + grün.

Mit dem Infosystem komme ich nicht auf Anhieb klar, und ich schneine nicht der einzige zu sein.

Die gleichen Waggons die mit großer Geschwindigkeit, ohrenbetäubendem Lärm und starken Bremsen unterwegs sind.

Hier wurde noch nichts investiert.

Beim Hauptbahnhof bin ich mir von außen nicht sicher, ob er das ist. Könnte auch ein Varieté sein.

Auch von drinnen sieht er aus wie ein abgerocktes Einkaufszentrum.

Ich frage mich durch und ich bin richtig. Äußerst informativ die Anzeigetafel. Sie springt aber dann doch noch um auf lateinische Buchstaben.

Auch das hier muß ich mir merken, Georgische Post.

Zurück auf dem Freedom Square mache ich endlich ein schönes Foto davon.

Veröffentlicht von langeguido

Ich bin Läufer, Magazinliebhaber und Laufblogger. 22.000 km lief ich schon in den letzten 9 Jahren. Zwei Blogs gibt es von mir: https://transkaukasien.com - 2019: Ein Abenteuer in Russland, Aserbaidschan, Georgien, Ukraine, Österreich zurück nach Deutschland + https://abenteuerbaltikum.com - Lauf 2017 : 2000 km entlang der Ostsee laufen, von Stralsund nach Tallinn / Helsinki I‘m a runner and I could tell some short stories about running. 22,000 k I ran in the last nine years. Two blogs I wrote: 2019 https://transkaukasien.com : Run and travel in Russia, Azerbaidshan, Georgia, Ucraine, Austria and back to Germany. 2017 https://abenteuerbaltikum.com : 2000 km along the Baltic Sea coast - Germany, Poland, Russia, Lituania, Latvia, Estonia, Finland.

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4 Kommentare

  1. Hallo, lieber Laufblogger,
    Dein Blog ist eine spannende Entdeckung für mich. Schön, dass Du Deine Erfahrungen und Erlebnisse teilst, und ich daran teilhaben kann. Damit ich nichts verpasse, habe ich diesen Blog kürzlich abonniert.

    Glück und Segen auf all Deinen Wegen (… wünscht man eigentlich zum Geburtstag, oder? Na ja, eigentlich ist ein jeder Tag, ein jedes Aufwachen so etwas wie Geburtstag 😉 )
    wünscht Mrs. Flummi

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    1. Ganz vielen Dank für Deine lieben Wünsche, die kann ich immer gebrauchen. Ich schreibe jeden Tag eine neue Geshichte – viel Spaß beim lesen wünscht Guido (im Moment in Georgien).

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  2. Hi Guido, ist denn Odessa nicht auf der Krim? Die ist doch von den Russen anektiert. Wie ist das denn mit einem Visum? Und ist das nicht heikel und überhaupt möglich wieder nach so kurzer Zeit ungeplant da einzureisen?
    Schönen Gruß
    Björn

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    1. Hai lieber Björn, Odessa gehört zur Ukraine und da brauchen wir Europäer kein Visum, da kann man einfach so einreisen, nach einer Grenzkontrolle natürlich. Liebe Grüße!

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